600 demonstrieren gegen Großschlachterei

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„Kein Hähnchenschlachthof in Ahlhorn“ das war die Forderung von 500 bis 600 Demonstrationsteilnehmern, die sich am Sonnabendvormittag beim Dorfgemeinschaftshaus an der Katharinenstraße in Ahlhorn versammelt hatten. Eine vom Veranstalter Bündnis MUT geschätzte Anzahl. Der Einsatzleiter der Polizei in Ahlhorn Wilhelm Niehoff, sprach dagegen von knapp 400 Teilnehmern.

 

 

Dazu kamen noch einmal an die 100 Mitarbeiter der Firma Kreienkamp mit Walter Kreienborg (Bild unten rechts) an der Spitze. Sie hatten sich am Rande gesammelt und  marschierten dann geschlossen zum Sammelplatz beim Dorfgemeinschaftshaus. Da diese Gegendemonstration nicht angemeldet war, eine brisante Situation, die bei der ersten Begegnung zu eskalieren drohte. Wortgefechte wurden per Megaphone ausgetragen. Die Emotionen schlugen hoch. Walter Kreienborg betonte auch gegenüber dem Fernsehen, sein Bürgerrecht zum Demonstrieren vor Ort einzufordern.

Am Ende blieben alle Besonnen. Die Polizei trennte die beiden Lager. Beim Demo-Marsch durch Ahlhorn auf der Ortsdurchfahrt der B 213 bis zum Kreisel und zurück zum Dorfgemeinschaftshaus wurden die Argumente gegen die Hähnchenschlachterei sichtbar auf Transparten getragen. „Wir sind hier und wir sind laut, weil ihr Schlachtfabriken baut“ oder „Noch mehr Mais und Gülle sind nicht Volkes Wille“ schallte es lautstark durch Ahlhorns Straßen, die wenig von Passanten gesäumt wurden.

 

 

 

 

 

Gekommen waren die Demonstrationsteilnehmer nahezu aus ganz Niedersachsen. Darunter aber auch zahlreiche Ahlhorner Gegner des geplanten Schlachtbetriebes.

Demo-Ahlhorn-III

Viele fungierten zugleich als Ordner. Walter Kreienborg prangerte dagegen an, dass die Demoteilnehmer kaum aus der Region stammen würden.

Nach dem Marsch durch Ahlhorn bedankte sich Claudia Fechner, Leiterin des Ordnerteams, für den gewaltfreien Ablauf bei allen Beteiligten. Wilfried Papenhusen vom Bündnis MUT Großenkneten, sprach von einem vollen Erfolg und erfolgreichen Verlauf, Andrea Oefler (SPD-Ratsfrau) betonte, dass der Schlachthof aus ökologischer und ökonomischer Sicht nicht tragbar und die Folgen nicht absehbar seien.

Der Sprecher des Landesnetzwerkes Niedersachsen Bauernhofe statt Agrarfabriken, Michael Hettwer (Bild oben links), räumte mit dem Begriff „herangefahrene Berufsdemonstranten“ auf. „Es ist klar, dass die durch mafiöse Strukturen durchzogene Agrarindustrie es nicht verstehen kann, dass Menschen bereit sind, sich ganz ohne finanzielle Anreize für eine gute und wichtige Sache einzusetzen“, so Hettwer.

Uschi Helmers von der Bürgerinitiative Wietze berichtete von den Erfahrungen mit dem subventionierten Großschlachthof Rothkötter bei Celle.  Schlagworte wie die Befürchtungen steigender  Nitratwerten der Trinkwasserqualität, durch mehr Schlachtkapazitäten mehr Massentierhaltung, multiresistente Keime (MRSA) oder verschärfte soziale Konflikte in Ahlhorn waren zu hören

Hettwer: „Wir stehen für eine bäuerliche Landwirtschaft und Landwirte, die noch frei entscheiden können, Erhalt der Umwelt und Lebensbedingungen, bessere Lebensmittelqualität, humane und faire Arbeitsbedingungen, das Tierwohl und vor allem für Bauernhöfe statt Agrarfabriken.“

Ab heute hat der Bürger das Wort. Mit der  Bürgerbefragung in der Gemeinde, kann jeder seine Meinung zur Umsetzung einer geplanten Großschlachterei Kund tun.


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