Drohnen-Aufnahmen nur mit Genehmigung

Web-Kopter-Garten

Fliegen im eigenen Garten oder auf dem Modellflugplatz ist kein Problem. Anders sieht das im öffentlichen Raum für privater Piloten aus.

 

Die kleinsten sind nicht viel größer als eine Handfläche. Die größten haben durchaus Ausmaße im Quadratmeterbereich. Die Rede ist von fliegenden wahren Wunderwerken, im Volksmund meist nur kurz Drohnen genannt, im Rechtsdeutsch werden sie als Unbemannte Luftfahrtsysteme (UAS)  betitelt. Sie stehen für  Fun, Sport und Wettbewerb aber für auch besondere Foto- und Videoaufnahmen.  Schon längst hat sich daraus ein Milliarden-Geschäft mit immer mehr Anbietern und ausgereiften Modellen entwickelt.

 

web-Yuneec

Am Markt gibt es immer mehr Anbieter. Das Foto zeigt den Kopter HQ500 4k von der Firma Yuneec, die neu auf den Markt drängt

Was da so an deutschen Himmel boomt und fliegt hat mittlerweile Nebeneffekte hervorgerufen, die Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt zu immer wieder neuen Regelansätzen veranlasst. Die Rede ist mittlerweile vom kommenden Führerschein für gewerbliche Piloten und der Registrierung der kleinen fliegenden Mehrzweck-Maschinen. Die Verunsicherung ist groß. Was darf man. Was darf man nicht. Das ist die Frage……

 

 

 

Wer einen Kopter sein eigen nennt, der hat einige Regeln, Gesetze und auch Versicherungspflicht zu beachten. Einfach auspacken und irgendwo fliegen ist in den wenigsten Fällen möglich. Eine Tatsache, die beim Kauf nicht immer so bekannt ist und auch nicht unbedingt propagiert wird. Komm der Kopter aus der Verpackung, versehen mit den drei Buchstaben RTF  (Ready to fly), sind die Akkus geladen, darf  höchstens auf dem eigenen Grundstück oder dem Modellflugplatz zunächst gestartet werden. Etwas einengend. Will man doch seine Fotos und Filme gerne zeigen. Aber aufgepasst. Es gibt viel zu beachten.

 

 

WP-Iserloy-Blades-II

Luftaufnahme beim Repowering einer Windkraftanlage.

Unterschieden wird bei den Piloten grundsätzlich nach privater oder gewerblicher Nutzung.  Hobby-Flieger haben dabei einen weitaus größeren Spielraum. Bei Koptern bis zu fünf Kilogramm dürfen die Maschinen bis auf eine Höhe von 300 Metern ab Startplatz aufsteigen. Daneben muss immer ein Sichtflug bis zu einer Entfernung von max. 300 Metern garantiert sein. Der Sichtkontakt muss ohne Hilfsmittel möglich sein. Es darf nicht nur ausschließlich über einen Monitor gesteuert werden (FPV-Flüge). Die Abkürzung FPV steht für First Person View. Das ist in Deutschland verboten.

Gemachte Fotos oder Video-Aufnahmen, dürfen nur rein privat verwendet werden. Eine Veröffentlichung oder gar Weitergabe ist nicht zulässig. Es dürfen keine Aufträge angenommen werden.

Im Gegensatz zur Privatnutzung gibt es für gewerbliche Piloten folgende Einschränkungen. Hier minimiert sich die maximale Flughöhe auf 100 Meter. Dafür dürfen die gemachten Aufnahmen zur weiteren gewerblichen Nutzung  auch gegen Auftrag angeboten werden.

 

 

Aber: Wer fliegen will muss erstmal zahlen. Voraussetzung ist für alle Kopter-Flieger eine ausreichende Haftpflichtversicherung. Auch für Private. Für gewerbliche Nutzer außerdem eine Luftaufstiegsgenehmigung, die durch die Luftfahrtbehörden erteilt wird. Daraus entstehen weitere Kosten.

 

 

Damit nicht genug: Egal, ob privat oder gewerblich, es ist verboten über Tier- und Menschenansammlungen ab sechs Tieren/Personen zu fliegen. Auch Einsatzorte im Unfall- und Katastrophenfall oder Feuer sowie Industrie und Energieanlagen dürfen nicht beflogen werden. Hier gilt ein Abstand von 1,5 Kilometern. Für Gewerbliche kann hier nur im Einzelfall gestartet werden. Flugplätze im Umkreis von 1,5 Kilometern sind grundsätzlich tabu.

Bei gewerblicher Nutzung muss in Ortschaften und Städten das zuständige Ordnungsamt und die Polizei informiert werden. Naturschutzgebiete müssen in der Brut- und Paarungszeit gemieden werden. Bei Aufnahmen von privaten Objekten bedarf es immer einer Zustimmung durch den Besitzer, im öffentlichen Bereich durch das Ordnungsamt oder zuständige Behörde. Außerdem müssen die gewerblichen Flieger alle Unterlagen immer zur Hand haben und in einem Flugbuch alle Details der Starts festhalten. Auch eine Checkliste ist von Vorteil. Die Aufzeichnungen müssen zehn Jahr aufbewahrt werden.

 

 

 

Für alle gilt: Grundsätzlich ist das Überfliegen von Gärten und Objekten in der Privatsphäre verboten. Also mal schnell eine Runde über Nachbarsgarten drehen, ist verboten.

Dies stellt nur einen kleinen Auszug aus vielen eingrenzenden Auflagen, die beachtet werden müssen. Besonders im Hobby-Bereich gibt es eine Grauzone. Es  bislang kaum kontrolliert, doch das soll sich in Zukunft ändern, um Missbrauch zu vermeiden und eine klare Abgrenzung zur gewerblichen Nutzung zu ermöglichen.

 

Kurzinformation des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

 

Bericht in der Nordwest-Zeitung Oldenburg vom 30. Dezember 2015

 

Stand Mai 2016: Neuester Vorstoß von Minister Dobrindt zur Regelung der Drohnennutzung hier


<

Hier können Sie einen Kommentar schreiben