Kaltblüter zeigen Kraft mit alter Erntetechnik

Hoffest-Kaltblut-Glander-II
200 Kaltblutpferde aus ganz Europa kämpfen auf Schloss und Gut Wendlinghausen (zwischen Teuteburger Wald und Hameln gelegen) zur Europäischen Holzrückmeisterschaft unter dem Titel „PferdeStark“ um den EM-Titel. Während am 24. August 2013  die Vorentscheidungen laufen, wird der Europameister am Sonntag, 25. August 2013,ermittelt. Die jeweils fünf Besten aus den Starterfeldern am Vortag können dann gegeneinander antreten.

Wobei es dabei ankommt und welche Fähigkeiten die kraftstrotzenden Kaltblutpferde besitzen, das demonstrierten an diesem Wochenende „Die Freunde des Kaltblutpferdes“ als lockerer Zusammenschluss Gleichgesinnter während des zweitägigen Erntetags auf der Ackerfläche von Thomas Glander am Wohlder Weg zwischen Harpstedt und Wohlde in der Samtgemeinde eindrucksvoll.

So mancher Besucher kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Da wurde altes Erntegerät und damit auch Handwerk live bei der Feldarbeitet vorgestellt. Vom Mähbalken, bis zum Heuwender und dem Getreide-Binder, vom Holzrücken über das Kartoffelroden bis zum Pflügen demonstrierten die Kaltblutpferdefreunde, wie einst mit den treuen Vierbeinern, die Ernte eingefahren und das Land bestellt wurde.

 

 

 

 

Bernard Böckmann aus Goldenstedt kann sich an diese Zeiten noch genau erinnern. 1942 kam er aus der Schule. „Damals gab es ganze drei 15-PS-Schlepper im Ort. Das Land wurde mit den Pferden bestellt. Das war harte Arbeit. Das ging nicht von selbst“, so der damals in der Landwirtschaft tätige Goldenstedter. Sieben Mann wurden für das Einbringen der

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Gaben benötigt.

Auch Hotelier Heiner Ahrmann aus Altona kann sich an seine Kinderjahre gut zurückerinnern. „Nicht alle hatten schon einen Trecker. Lange Zeit waren noch die Pferde im Einsatz.“ Dabei blickte er gerade auf einen Mähgraswender, der das Grün in hohem Bogen lüftete.

Günther Hollmann aus Ehrenburg, wird dagegen an der EM-Entscheidung am nächsten Wochenende mit seinen Pferden teilnehmen. Er zeigte in einem Vor

trag die Bewertungskriterien auf. So wird z. B. der Originalzustand des Pferdegeschirrs bewertet. Ferner dann die Geschicklichkeit der Vierbeiner und letztendlich auch der Führer.  Ein Baumstamm muss

durch einen Parcours gerückt werden. „Anpoltern“ ist ein weiterer Fachbegriff und zugleich weitere Disziplin. Hollmann hofft die Vorentscheidung zu überstehen und dann an der EM am Sonntag teilnehmen zu dürfen.

Für „Die Freunde des Kaltblutpferdes“ war der Erntetag am Samstag und Sonntag dagegen schon jetzt ein Erfolg. Erstmals wurden die alte Erntetechnik und der Einsatz von 18 Kaltblutpferden vor so großem Publikum in der Samtgemeinde gezeigt. Hoffentlich nicht zum letzten Mal, wie viele Besucher meinten.

 

Bericht in der Nordwest-Zeitung Oldenburg, Ausgabe vom 20. August 2013


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