Wenn Kawusi und Anschütz den O’Gott treffen

Comedian-Doet

Faisal Kawusi, Brian O’Gott, Moderator Mario Roggow und David Anschütz ließen kein Auge trocken.

150 lachende Menschen und drei Comedian,  Faisal Kawusi, Brian O’Gott und David Anschütz, zogen alle Register der modernen Unterhaltung während der „bremen vier Comedy Club“-Veranstaltung  im Schützenhof in Dötlingen. Moderator Mario Roggow heizte gleich zu Beginn kräftig ein. Wohl dem, der etwas weiter im Hintergrund saß. Das galt besonders für Karin Abel aus Neerstedt und ihre Freundinnen. Sie hatte mit einem großen Zettel einen der vorderen Tische reserviert. Darauf stand Karin Abel. Ein gefundenes Fressen für einen Comedian oder auch einen Moderator. Schließlich erhielt  musste sie sogar ihr eigenes Pressefoto mit Moderator Roggow und Freundinnen. Sehr zum Gaudi des restlichen Publikums.

 

Faisal Kawusi, 1,80 Meter groß und 88 Kilogramm schwer, Afgahne aus Frankfurt am Main, wie er behauptete, nahm viele Wortspielereien, Vorurteile und Halbwissen um kursierende Geschichten zum Flüchtlingthema schlechthin aufs Korn. „Ich sehe, die Stimmung kippt. Von uns gibt es hier nicht viele“, frotzelte Kawusi auf der Gradwanderung  zwischen Comedy und Flüchtlingstragödie im besten aktzentfreien Deutsch.

Dass er sogar eine Banklehre trotz seines Äußeren geschafft habe, sah er selber als verwunderlich an, um schon wieder einen weiteren Joke zu bringen und:  Es gebe in seiner Familie auch Ausländer. Einer habe eine Polin geheiratet. „Die eine klaut, der andere macht kaputt“. Lachpause.

Comedian-Karin-Abel

Karin Abel aus Neerstedt hatte Mario Roggow aufs Korn genommen. Sie hatte leichtsinnig einen Platz mit Namensschild in der vordersten Reihe freigehalten.

Seine Schwester brauchte auch kein Kopftuch tragen. Warum? „Sie darf nicht raus.“ Harter Tobak für die deutsche Willkommenkultur.

 

 

Brian O’Gott aus Kassel freute sich über viele schmucke Häuser in Dötlingen. „Ich wundere mich nur, dass es hier aber auch viele arme Leute gibt. Die legen Stroh auf das Dach ihrer Häuser. Das gibt es bei uns nicht.“ Mit der Geographie war es dann auch nicht so weit her. „Denn Wilhelmshausen, nein, Wegeshausen oder Wilderhausen oder wie es noch heißt, ist da teilweise auch nicht viel besser“, dachte O’Gott laut nach und wurde dafür ebenso wie sein Vorgänger kräftig beklatscht. Natürlich meinte er die Kreisstadt Wildeshausen

„Die Leute hier lachen ja noch. Bei uns in Kassel gehen sie dafür in den Keller. Deshalb habe ich auch eine Kellerwohung“,  setzte der Comedian gleich nach. Und wie man sich mit Einkaufstüten deutscher Hersteller durch das Land hangeln kann, demonstrierte er mit seinem „Rollo“ auf der Bühne.

 

Schließlich war da noch David Anschütz, der es auf die Lachfalten und Muskeln im Publikumsraum abgesehen hatte. Der Kölner sei hart ins Leben gestartet. Mit fünf Geschwistern von vier Vätern aus drei Nationen. Da bleibe nur ein Überleben mit Comedy, stellte er klar. Auch er verstand es meisterlich, an den Feinheiten deutscher Wortwahl zu arbeiten und ebenso feinsinnig die Sätze zu spinnen.


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